Ihre Hochzeitszeremonie – Lass uns gemeinsam wohnen, und von Zeit zu Zeit singen wir von dürrem Aste jenem Glanz der Ewigkeit!
Abt Reding (Zen Mönch) gestaltet mit ihnen die Hochzeitszeremonie nach ihren Wünschen und Vorstellungen. Die Hochzeitszeremonie ist der öffentliche Teil ihrer Entscheidung, gemeinsam das Leben und Sterben zu untersuchen und zu teilen. Man entscheidet eine Familie zu werden und sich gegenseitig ermutigt mehr zu werden als man selber ist.
Meditation und Hochzeitsgebet
Schmerz empfinden und des süssen Tränentrostes zu entbehren, ist ein Leiden, das ich keinem meiner Freunde und auch keinem meiner Feinde jemals wünsche. Denn von allen Erdenqualen scheint mir diese noch die höchste. Trocknen Auges zu bejammern, was ein unerbittlich Schicksal allzufrüh dem Herzen raubte. Glücklich preis' ich darum Jeden, dem die Last geheimen Wehes sich in flüssigen Kristallen aus den Augen langsam löst. Ihn wird nicht der Gram verzehren.
Aber tränenlos zu dulden, das geht über Menschenkräfte, das vermag ein Herz von Stein aus dem Grunde zu erschüttern, mit Verzweiflung es zu füllen. Aus der Höhe die Trauernden sehen den Fröhlichen zu, und ihr Auge erwacht und ihr Herz kommt zur Ruh. Blitze suchen sich Wege durch Wälder und Meer, tief bannet ein Zauber das himmlische Heer Geisterrufe verklingen im Dome der Zeit, es kämpft mit dem Heute die Ewigkeit.
Hochzeitszeremonie
Nie wirst du das Glück erhaschen, wenn du die Gunst des Augenblicks nicht ehrst. Die Freude misst sich nicht nach Ewigkeiten, sie ist der Augenblicke flücht'ges Kind. Und rasch, wie sie entstand, entflieht die Lust. Sie ist ein selt'ner Gast des düstern Lebens, drum eile, sie mit heiterm Blick zu fesseln, wenn sie auf ros'gem Fittich sich dir naht.
Auf dem Baum vor meinem Fenster sass im rauhen Winterhauch eine Drossel, und ich fragte: »Warum wanderst du nicht auch? Warum bleibst du, wenn die Stürme brausen über Flur und Feld, da dir winkt im fernen Süden eine sonnenschöne Welt?« Antwort gab sie leisen Tones: »Weil ich nicht wie andre bin, die mit Zeiten und Geschicken wechseln ihren leichten Sinn. Die da wandern nach der Sonne ruhelos von Land zu Land, haben nie das stille Leuchten in der eignen Brust gekannt.
Mir erglüht's mit ew'gem Strahle – Ob auch Nacht auf Erden zieht –, sing' ich unter Flockenschauern einsam ein erträumtes Lied. Wundersamer Trost der Schmerzen! Doch nur jene kennen ihn, die in Nacht und Sturm beharren und vor keinem Winter fliehn. Dir auch leuchtet hell das Auge. Deine Wange zwar ist bleich. Doch es schaut der Blick nach innen in das ew'ge Sonnenreich. Lass uns hier gemeinsam wohnen, und ein Lied von Zeit zu Zeit singen wir von dürrem Aste jenem Glanz der Ewigkeit.«